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Der Brocken - Geschichte Langfassung
In früher erdgeschichtlicher Zeit, als noch die Steinkohlenwälder
grünten, hat sich das Granitmassiv des Brockens mit seinem
Harzumfeld aus dem Erdinnern als glühende Lava emporgehoben.
Viermal wurde das Gebirge vom Meer umflutet; unter warmer
Sonne wuchsen an den Hängen Palmen. Die Gletschermassen
der Eiszeiten haben den Brocken umlagert. Hauptbestandteil
des Brockens und seines Umfeldes ist Granit. Wer in seiner
Gegend wandert, wird sich über die vielen Granitbrocken
wundern, die bis in die Gemarkung von Schierke reichen und
so manchen Bauherren Probleme machten. Ob nun der Name Brocken
von diesen Brocken" oder aus dem Niederdeutschen
brook von Bruchberg hergeleitet werden kann, ist nicht eindeutig
geklärt. Im Verbund mit anderen Bergen entstanden Gewässer,
die sich über Jahrhunderte zu Mooren entwickelten. So
gibt es im Umfeld des Brockens Moore mit 18 m Mächtigkeit.
Wann erstmals Menschen den Brocken betreten haben, ist nicht
zu belegen. Waren es die Kelten in der vorchristlichen Zeit,
waren es die Venezianer, die die Harztäler durchstreiften
auf der Suche nach Antimonalerde für ihre Glasfabrikation
oder waren es die wilden Jagdgesellen vom Stamme Heinrichs.
Die Mystik des Brockens als Hexenberg oder Blocksberg ist
nicht auf heimischen Boden erwachsen. Zur Zeit der Hexenverfolgung
hat der Brocken auf die brennenden Scheiterhaufen zwar herabsehen
können, hat aber mit all diesen Martern und Gräueln
nichts zu tun. Erst Goethe hat den Blocksberg in seinem Faust
den Mythischen Stempel aufgedrückt. Der Deutsche Dichterfürst
hat nach leidenschaftlicher Sehnsucht am 10. Dezember 1777
erstmals den Brocken besucht.
Als erstes Gebäude ließ Graf Ernst zu Stolberg
Wernigerode 1736 das Wolkenhäuschen errichten.
Dieses Gebäude ist nach einigen Restaurierungen heute
noch zu besuchen. 1800 entstand das erste Wirtshaus mit Übernachtungsmöglichkeit.
Durch Brände und erforderliche Erweiterungen entstanden
wieder neue Wirtshäuser und ein Aussichtsturm. Das letzte
Brockenhotel wurde im Mai 1945 durch amerikanischen Artelleriebeschuß
und Bombardierung völlig zerstört.
Für die Entwicklung des Brockens haben besondere Verdienste
die Brockenwirte Nehse, er hielt die ersten Wetterbeobachtungen
fest und Rudolf Schade, der die Modernisierung des Brockenhotels
vorantrieb. Alle Brockenwirte bis 1945 waren begeisterte Freunde
des Berges, denn sie wohnten mit ihren Familien dort oben.
Vom Kriegsende, im Mai 1945, bis 1947 war der Brocken von
den Amerikanischen Besatzern belegt, ein ziviler Betrieb war
nicht möglich.
Im Jahre 1947 war der Brocken wieder für Jedermann zugänglich.
Die sowjetischen Besatzer siedelten hier oben eine kleine
Nachrichteneinheit an, die sich im laufe der Jahre zu einer
größeren Aufklärungseinheit des KGB ( russ.
Geheimdienst ) entwickelte. Die damalige Landesregierung Sachsen
- Anhalt veranlasste die Enttrümmerung und den Ausbau
des Fernsehturmes und des Maschinenhauses zum Touristenhotel
mit Aussichtsplattform und Touristensaal.
Der gastronomische Betrieb wurde 1949 aufgenommen, die Einrichtungen
waren dem Schierker Hotel Heinrich Heine zugeordnet. Mit Beginn
der 50 er Jahre begann die Deutsche Post mit dem Aufbau der
Sender im Turm ( siehe Senderchronik ), der Hotelbetrieb im
Turm wurde eingeengt.
Ab 13.August 1961 war mit dem verschärften Ausbau der
Westgrenze der ehemaligen DDR Schluss mit jeglichen Tourismus
auf dem Brocken. Der Berg wandelte sich zunehmend zu einer
militärischen Festung, deren Beseitigung erst mit der
Wende in Deutschland 1989 möglich war.
Thank's Gustav Witte
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