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Die Walpurgisnacht und ihre Geschichte
Die Walpurgisnacht wird am Vorabend des Namensfestes der
heiligen Walpurgis gefeiert, d.h., in der Nacht zum 1. Mai.
Walpurgis ist die Schutzpatronin gegen böse Geister.
Diese Geister sollen mit den Masken erschreckt und mit dem
Walpurgisfeuer vertrieben werden. Dabei versammeln sich die
Hexen auf dem Hexentanzplatz bei Thale, um gemeinsam zum Brocken
zu fliegen, wo das eigentliche Hexenfest stattfindet. Auf
dieser recht wüsten Feier vermählen Sie sich mit
dem Teufel. Für die richtige Stimmung sorgte in vergangenen
Jahrhunderten eine aus verschiedenen Kräutern hergestellte
"Hexensalbe", mit welcher sich die Hexen einrieben.
Diese bewirkte einen starken Rauschzustand, der den Damen
das Gefühl des Fliegens vermittelte und die sexuelle
Phantasie anregte. Unter dem Einfluß dieses Rauschmittels
kamen wohl auch die Erlebnisberichte von den Orgien mit dem
Teufel zustande.
In der heutigen Zeit wird in Thale am Fuße des Hexentanzplatzes
nach alten Rezepten wieder "Hexensalbe" hergestellt.
Ein geplanter Verkauf an Touristen scheitert aber bislang
an den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland.
Walpurgisnacht
Harz
Die Wurzeln der Walpurgisfeier liegen weit in vorchristlicher
Zeit und gehen auf germanische Ursprünge zurück.
Diese "Ureinwohner" des Harzes feierten an diesem
Tag ein mit diversen Opfern einhergehendes Frühlingsfest
in Verbindung mit dem Ende der Macht des Winters sowie Wotans
Hochzeit (oberster Germanengott). Dabei wurden - natürlich
- auch böse Geister vertrieben, was durch Verkleidungen
und Feuer geschehen sollte. Im Rahmen der Christianisierung
vor etwas mehr als 1000 Jahren wurden Namen und Inhalt formal
der neuen Zeit angepaßt. Doch wer Augen hat, um zu sehen
und Ohren, um zu hören, der muß erkennen, daß
die Walpurgisnacht auch heute alles andere als ein christliches
Fest ist.
Die Walpurgisnacht
In der Nacht zum ersten Mai versammeln sich jedes Jahr die
Hexen auf dem Hexentanzplatz, um zum Blocksberg (Brocken)
zu fliegen und sich dort mit dem Teufel zu vermählen.
In den letzten Jahren hat sich daraus eine Massenveranstaltung
mit umfangreichem Kultur- und Volksfestprogramm und Zehntausenden
Teilnehmern aus ganz Deutschland entwickelt. Auf allen Zufahrtsstraße
wimmelt es nur so von zu "Hexen" und "Teufeln"
gewordenen Menschen. Nicht nur auf die jüngere Generation
hat die Walpurgisnacht eine ungeheure Anziehungskraft, die
ausgefeilte Mischung aus Brauchtum, Magie und Erotik ist scheinbar
für alle Altersgruppen faszinierend.
Auch in der Ortschaft Schierke nahe beim Brocken findet alljährlich
eine große Walpurgisfeier statt, ebenso auch in sehr
vielen anderen Harzorten. In verschiedenen Orten wird das
Fest von Feuerwerken und Kulturveranstaltungen begleitet,
auch die Wahl einer Maikönigin steht mancherorts auf
dem Programm.
Die erste organisierte Walpurgisfeier auf dem Brocken war
übrigens bereits im Jahre 1896. Ab 1899 konnten die Feiernden
dann sogar mit der Brockenbahn hinauffahren. Die Walpurgisnacht
wurde dort noch begangen bis zum Jahre 1901. Dann bereitete
der damalige Brockenbesitzer, der Fürst von Stolberg-Wernigerode,
per Verbot dem satanischen Spektakel ein vorläufiges
Ende.
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